Über mich "Ich will ein Pferd!" Das ist wohl ein Satz, den sich meine Eltern während meiner Kindheit immer wieder anhören mussten. Ich wollte schon immer nichts sehnlicher, als mit Pferden arbeiten und leben. Meine Mutter ist selbst eine begeisterte Reiterin und brachte mich sehr früh zu den Pferden. Einmal im Sattel gesessen, war es um mich geschehen. Ich war der Faszination Pferd verfallen und bin es noch heute. "Nico", so hieß das kleine Schimmelpony, mit dem ich, gerade einmal fünf Jahre alt, meine ersten Ausritte machte. All meine Ferien verbrachte ich auf dem "Reiterhof bei Burga", einer guten Freundin meiner Mutter. Ich war wohl das einzige Kind, das niemals Heimweh bekam, denn für mich gab es nichts Wichtigeres und Schöneres als meine Zeit mit den Pferden zu verbringen. Als ich 14 wurde, hatte ich meine Eltern endlich soweit! Ich bekam mein eigenes Pferd. Meine "Luna". Luna und ich gewannen jedes Stoppelfeldrennen, wir waren mutig und sprangen, auch im Gelände, aber vor allem begeisterte ich mich für die Dressur. Luna war meine Lehrerin.
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Mit Luna auf dem Stoppelfeld, Foto Katja Münch
| Als ich 16 war, besuchte ich ein Dressur- Seminar in Reken, bei dem Richard Hinrichs einer der Referenten war. Von hoher Elastizität und klarem Rhythmus waren die Bewegungen seines "Maestosos". Leicht und unsichtbar seine Hilfen. Ich war begeistert und wusste: So will ich auch reiten! Ich las sein Buch "Tänzer an leichter Hand", besuchte mehrere Seminare und versuchte mich selbst in der "Kunst des Reitens". Nach meinem Abitur erlernte ich den Beruf der Kostümbildnerin. Ein schöner, facettenreicher Beruf der mir sehr viel Spaß machte. Doch mir fehlte etwas : Ich hatte keine Zeit mehr für die Pferde. Ich entschloss mich "umzusatteln". Ich wollte mit Pferden arbeiten und eins war mir klar: Du musst bei Richard Hinrichs lernen! In seinem "Institut für Klassische und Barocke Reiterei Hannover" lernte ich wie man ein Pferd schult, in Harmonie unter dem Sattel und an der Hand, von der Remonte bis zur Hohen Schule. Nach meiner Lehrzeit in Hannover kehrte ich zurück ins Rheinland und arbeitete freiberuflich als Trainerin für Reiter und Pferd. Durch die Arbeit mit vielen verschiedenen Pferdetypen lernte ich, jedes Pferd individuell zu beurteilen und zu schulen. Im Frühling 2009 suchte Arthur Kottas-Heldenberg einen neuen Ausbilder für ein Lipizzanergestüt in Portugal. Ich ergriff die Möglichkeit und ging für neun Monate nach Portugal, wo ich unter Herrn Kottas Anleitung die Pferde arbeitete. Eine unwiederbringliche Erfahrung, die mich sehr viel Neues gelehrt hat. Seit Januar 2010 bin ich wieder im Rheinland zwischen Neuss, Köln und Düsseldorf unterwegs und freue mich, meine Erfahrungen in der Kunst der Reiterei weiterzugeben. |